Was ist Selbstwert?

Was ist Selbstwert?

Du kennst sicherlich den Spruch – “Tust Du was, dann bist Du was, dann hast Du was.”

Tun – Sein – Haben – Das ist ein tolles modernes Hamsterrrad, indem sich sehr viele Menschen bewegen. Doch was bedeutet das nun? Ich muss also bestimmte Dinge tun, damit ich jemand bin und etwas habe, was ich vorweisen kann. Stimmt das denn wirklich? Habe ich dadurch einen Selbstwert?

Diese Fragen haben mich sehr lange Zeit beschäftigt. Es ist schon erschreckend, was man für Antworten bekommt, wenn Du jemanden nach dem Selbstwert fragst.

Folgende Situation: Nun stell Dir doch einfach einmal vor, ich bin 6 Jahre alt und Du sollst mir das Wort Selbstwert erklären. Was würdest Du mir sagen? Wie würdest Du es mir erklären?

Kein einfaches Unterfangen, da es ja für ein Kind recht einfach gehalten werden sollte, da es komplizierte Wörter nicht verstehen würde.

Selbstwert – Ich fühle mich wertvoll

Wann haben Menschen ein sehr hohes Selbstwertgefühl?

Wenn Menschen von einem hohen Selbstwertgefühl sprechen, geben sie immer wieder die gleichen Antworten.

Typische Antworten sind:

geliebt werden

erfolgreich sein

wichtig sein

gelobt werden

gebraucht werden

einen Job haben

Ist das wirklich Selbstwert? In welchem Rahmen liegen diese Dinge?

Diese Dinge liegen komplett im Außen. Sie haben also nichts mit Selbstwert zu tun. Es sind alles Werte, ja, das stimmt, doch es sind Fremdwerte, die von außen einen gewissen Wert bestimmen und rein gar nichts mit Selbstwert zu tun haben. Diese Fremdwerte, geben uns ein gutes Gefühl, wenn wir sie bekommen.

Beispiele:

geliebt werden – Wenn mein Schatzi sagt: “Du ich muss los, ich weiß nicht, wie ich ohne Dich leben soll, doch ab morgen werde ich es mal versuchen.” – Bin ich dann plötzlich wertlos?

gelobt werden – Wenn ich gelobt werde, dann habe ich ein hohes Selbstwertgefühl – Jetzt werde ich kritisiert, bin ich dann wertlos?

Macht das Sinn für Dich?

Besonders bei Kritik reagieren die meisten Menschen extrem negativ. In der heutigen Zeit fehlt es den meisten Menschen an Kritikfähigkeit. Sie reagieren richtig zickig teilweise, wenn man ihnen Feedback gibt. Kritik ist doch nichts anderes, als jemandem Feedback geben. Wir können immer weniger vernünftig Kritik annehmen und kritisieren auch viel weniger. Warum ist jemand gleich so aufbrausend oder stinksauer, wenn er kritisiert wird? Häufig hat das damit zu tun, dass wir uns über unsere Leistung identifizieren. Wir sind also unsere Leistung. Wenn wir also gelobt werden, dann empfinden wir ein positives Selbstwertgefühl – Wenn wir kritisiert werden, dann empfinden wir ein negatives Selbstwertgefühl.

1. Natürliches Selbstwertgefühl

Unfassbar, jedoch wahr -Im Alter von 0 – 2 Jahren haben wir ein natürliches und sehr hohes Selbstwertgefühl. Wenn ein Baby Bäuerchen macht, dann freuen sich die Eltern darüber und das Baby wird gelobt. Bedingungslose Liebe und bedingungsloses Selbstwertgefühl empfinden wir dann. Später denken wir über uns, wir müssen bestimmte Dinge tun, bestimmte Dinge leisten, damit wir selbst wertvoll und liebenswert sind.

Gehe bitte einmal in Dich und überlege einmal, ob die folgenden Sätze auch auf Dich passen könnten.

Wenn Du Dich also besonders wertvoll fühlst,

  • weil Du gelobt wirst, dann machst Du Dich gerade abhängig von anderen Menschen.
  • weil Du einen Erfolg erzielst, dann machst Du Dich abhängig von Deiner Leistung.

Mit dieser Art von Selbstwertgefühl, die nicht natürlich ist, wachsen wir auf. Es ist genauer betrachtet eine Abhängigkeit, in die wir geführt werden.

2. Tun-Selbstwertgefühl

Ab dem 2. Lebensjahr fangen wir an zu denken, wir müssen etwas tun, um wertvoll zu sein. Nun gibt es tatsächlich in Deutschland 10-jährige Kinder, die sich das Leben nehmen, weil sie in der Schule sitzen geblieben sind. Warum ist das so? Sie haben Angst davor nach Hause zu gehen, sie rufen Sorgentelefone an. Bis zum 12. Lebensjahr kann ein Kind nicht unterscheiden, geht die Kritik, die da gerade kommt, gegen das, was ich getan habe (Tun-Selbstwert) oder gegen meine Person. Bei einem Kind unter 12 Jahren geht die Kritik immer gegen die Person. Manche Menschen bleiben bis zum 50. oder 60. Lebensjahr im Tun-Selbstwert. Sie denken, sie müssen bestimmte Dinge tun, um Anerkennung zu erzahlten, um endlich das Selbstwertgefühl zu erhalten, was sie sich vorstellen.

Kennst Du folgende Situation?

Beispiel:

Wenn Erwachsene sich unterhalten, dann haben Kinder Sendepause, sie haben ruhig zu sein.

Was will ich dem Kind damit beibringen? – Wenn 2 Menschen reden, rede bitte nicht dazwischen.

Was bringe ich dem Kind wirklich bei? – Es ist nicht wertvoll.

Alleine nur durch die Kommunikation kann der Selbstwert schon bei einem Kind klein gehalten werden.

3. Haben-Selbstwertgefühl

Sobald wir einen Besitz vorweisen können, steigert dieser Besitz unseren Selbstwert. Es gibt in allen Bereichen etwas, was für uns das Haben-Selbstwertgefühl auslöst. Ein Haus, ein Auto, einen sehr gut bezahlten Job und sogar einen Partner. All das zählt zum Haben-Selbstwertgefühl. Wir sprechen es sogar aus: Ich habe einen tollen Partner – Ich habe einen super Job – damit fühlen wir uns wertvoll.

Beispiel:

Ich habe seit 30 Jahren einen Job, die Firma meldet Konkurs an und ich muss zum Amt, um mich arbeitslos zu melden. Wie fühle ich mich dann? Wertlos.

20 Jahre habe ich einen Lebenspartner und plötzlich werde ich von meinem Partner verlassen. Wie fühle ich mich dann? Wertlos.

Nun stelle ich mir die Frage – Warum sollte jemand wertvoller sein, der einen Job hat, als jemand, der keinen Job hat. – Warum sollte ein Mensch in einer Partnerschaft wertvoller sein, als ein Single? – Warum sollte jemand, der in einer Villa wohnt wertvoller sein, als jemand, der in einem 1-Zimmer-Appartement wohnt?

Warum sollte also ein Mensch wertvoller sein, nur weil er mehr Dinge besitzt? – Diese Logik leuchtet mir nicht ein.

Findest Du Dich eventuell im Tun-Selbstwertgefühl oder im Haben-Selbstwertgefühl wieder?

Das wundervolle ist, wir sind alle mit einem natürlichen Selbstwertgefühl auf die Welt gekommen. Viele können sich leider nur nicht mehr daran erinnern, wie sich natürliches Selbstwertgefühl anfühlt.

Doch es besteht die Möglichkeit, wieder zum Ursprung des natürlichen Selbstwertgefühls zurückzukehren. Sich selbst als wertvoll ansehen, sich selbst sagen zu können “Ich bin es wert, ich bin wertvoll.”

Der CHANGE-DAY bietet Dir eine Möglichkeit, wie Du mit den richtigen Tipps und Tricks Deinen Selbstwert wieder steigern kannst.