Selbstakzeptanz

Selbstakzeptanz

Lernen sich anzunehmen!

Sich selbst annehmen und akzeptieren: Ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen.

Einer der stärksten Gründe dafür, dass sich viele Menschen nicht glücklich und erfüllt fühlen, ist ihre fehlende Selbstakzeptanz. Sie können sich so, wie sie gerade sind, nicht annehmen. Sie denken, sie müssten irgendwie anders sein, selbstbewusster, reicher oder intelligenter, damit sie ein glückliches Leben führen können. Doch nicht etwa der Mangel an Selbstbewusstsein und Geld schafft Unglück und Leid.

Unglück und Leid entstehen, wenn ich mir selbst ständig Vorwürfe mache und mich als defekte Maschine betrachte, die ich erst reparieren müsste, bevor sie wieder wertvoll ist.

Deshalb ist sich selbst akzeptieren zu lernen der Schlüssel, um in Einklang mit sich selbst zu kommen. Doch viele Menschen sehen als einzigen Weg, sich gut zu fühlen, Ziele im Außen zu erreichen.

Aufgabe:

Welche Ziele und Wünsche habe ich durch Außeneinflüsse?

Beispiel: “Wenn ich erst einmal meinen Traumpartner gefunden habe, dann bin ich glücklich.” oder “Wenn ich in 10 Jahren mein Eigenheim abbezahlt und meine Kinder großgezogen habe, dann fängt das wahre Leben an.”

Weitere Ziele und Wünsche durch Außeneinflüsse könnten sein:

“Wenn ich die Beförderung bekomme und mehr Gestaltungsfreiraum im Job habe, dann geht es mir gut.”

“Wenn ich erst mein Selbstbewusstsein aufgemöbelt habe, dann wird mein Leben abenteuerreicher und spannender werden. Dann wird es mir gut gehen.”

Kaum jemand sucht nicht auf die eine oder andere Art und Weise sein Glück in der Zukunft. Doch genau dieses Verhalten führt zu Unglück und schlechten Gefühlen. Denn was zeige ich mir unbewusst, wenn ich solche Gedanken habe und die Zukunft glorifiziere?

Ich zeige mir, dass ich im Hier und Jetzt nicht gut genug bin. Ich signalisiere mir, ich müsste mich verändern oder die Umstände müssten sich verändern, um endlich vollkommen zufrieden mit mir sein zu dürfen.

Doch das ist der große Trugschluss, dem wir alle aufsitzen. Denn um mich glücklich zu fühlen, brauche ich kein teures Auto oder den neuen Posten in der Firma.

Sich selbst akzeptieren

Um mich im Hier und Jetzt vollkommen glücklich und zufrieden fühlen zu können, brauche ich nichts mehr, als mich selbst akzeptieren zu können. Wenn ich erkennen kann, dass ich jetzt schon vollkommen in Ordnung bin und deshalb jetzt schon das Recht auf all diese guten Gefühle habe, dann werde ich auch in mein Leben kommen.

Doch von Kindesbeinen wurde mir anerzogen, dass ich erst etwas leisten muss, um liebenswert sein zu können. Jeder hat Sprüche gehört wie: “Sei schön fleißig in der Schule, damit aus dir mal was Ordentliches wird”. “Was wird” – das bedeutet, momentan reicht es noch nicht. Jetzt bist du noch unfertig. Du musst dich erst abrackern, Leistung bringen und ein anderer Mensch werden, damit du etwas bist.

Das ist der ultimative Todesstoß für jegliches Selbstwertgefühl. Wenn obendrein Zuneigung und Liebe noch an Bedingungen geknüpft werden, dann verstärkt das noch das Bild von mir selbst, etwas würde mit mir nicht stimmen und ich müsste alles daran setzen, das wieder in Ordnung zu bringen.

Doch nichts könnte weiter entfernt von der Wahrheit sein. Denn in Wirklichkeit bin ich perfekt so, wie ich bin.

Es gibt nichts zu beweisen.

 

Ich kann alle Leistung der Welt bringen, allerdings wird sie mir niemals wahre Zuneigung und Liebe bringen. Mich selbst lieben lernen kann nur ich selbst.

Noch viel wichtiger: Ich darf mir verzeihen lernen. Ich darf lernen mich so anzunehmen, wie ich bin. Ich darf auch meine sogenannten Schwächen genau ansehen, in sie hinein spüren und dann entscheiden, dass sie eben ein Teil von mir sind, der gerade nun einmal da ist. Erst dann kann ich beginnen, an mir zu arbeiten.

Sich selbst akzeptieren lernen – wie funktioniert es?

Um sich selbst akzeptieren zu lernen ist es wichtig, zuerst einmal meine alten Selbstverurteilungen herauszufinden und sie Schritt für Schritt in Frage zu stellen. Wenn ich beispielsweise glaube, ich müsste im Job erfolgreich sein, um geliebt zu werden, dann frage ich mich, ob das wirklich stimmt.

Aufgabe

Meine alten Selbstverurteilungen:

Vor Augen halten, dass ich das höchstwahrscheinlich irgendwann einmal in meiner Kindheit aufgeschnappt und vollkommen unreflektiert auf mein Erwachsenenleben bezogen habe. Lernen, dass ich einfach so gut genug bin, ohne dass ich dafür etwas leisten muss. Doch das ist nicht so einfach, wie es hier geschrieben steht. Es wirken da oft Mechanismen, die sich über Jahre hinweg eingeschlichen haben. Ich kann also nicht von heute auf morgen entscheiden, das alles hinter mir zu lassen und mich jetzt auf der Stelle komplett selbst akzeptieren.

Wege, sich selbst akzeptieren zu lernen

Der einzige Antrieb eines jeden Menschen ist, sich gut zu fühlen. Das bedeutet, hinter jeder Aktion jedes einzelnen Menschen stecken positive Gedanken / Hintergründe.

Auch wenn sie noch so verborgen sind, sind sie doch da.

Wenn ich irgendwann einmal gelernt habe, dass ich etwas leisten muss, um liebenswürdig zu sein, dann ist das aus genau diesem Antrieb entstanden. Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, mich gut zu fühlen. Liebe und Zuneigung von Eltern, Lehrern oder Freunden fühlt sich gut an. Ich habe 1+1 zusammengezählt und mich so verhalten, wie es in meiner Welt zu maximaler Anerkennung und Zuneigung führen wird.

Das ist vollkommen okay so. Ich wusste es nicht besser. Das zu verstehen ist der Schlüssel um sich selbst akzeptieren zu können. Ich handel immer nur aus einer einzigen positiven Absicht heraus. Aus der Absicht, mich gut zu fühlen.

Was bedeutet das also für mich?

Es bedeutet, dass es keinen Sinn macht, mit mir zu hadern. Denn egal, was ich getan habe, egal welcher Fehler mir unterlaufen ist, ich habe immer nur versucht, das Beste für mich herauszuholen.

Es macht also wenig Sinn, sich von Fehlern oder Missgeschicken zu Rückschlüssen auf den eigenen Wert verleiten zu lassen. Gerade in solchen Situationen darf ich mich selbst behandeln, wie den besten Freund. Gerade jetzt habe ich es nötig.

Was brauche ich in diesen Situationen? Ich muss in mich hinein horchen und meine wirklichen Bedürfnisse spüren, anstatt mich weiterhin mit Selbstvorwürfen zu quälen. Wenn ich Liebe und Zuneigung brauche, dann darf ich sie mir jetzt geben.

Wenn ich einen aufbauenden und respektvollen kleinen Tritt in den Hintern brauche, dann darf ich jetzt auch dafür sorgen, dass ich diesen bekomme.

Es bedeutet zu wissen, was gerade richtig für mich (und zwar NUR für mich) ist.

Genau aus diesem Grund kann ich mir selbst verzeihen und mich selbst mehr akzeptieren. Ich versuche stets, nur das Beste für mich herauszuholen. Eine tief bewundernswerte positive Absicht. Deswegen kann ich stolz auf mich sein.

Meine Gefühle beobachten und da sein lassen

Sehr vielen Menschen fällt es unglaublich schwer, ihre Gefühle zuzulassen. Sie verurteilen sich für ihre Gefühle. Sie sind wütend, ängstlich oder mit Scham behaftet. In ihrem Inneren tobt ein Kampf gegen diese Gefühle.

Höchstwahrscheinlich wurde Ihnen auch irgendwann einmal beigebracht, solche Gefühle zu fühlen. Da Anpassung die einzige Möglichkeit bislang war, meinem Bedürfnis nach Zuneigung gerecht zu werden, habe ich mich als defekte Maschine identifiziert und alles daran gesetzt, meine Gefühle zu unterdrücken oder sogar auszuschalten.

Heute, als erwachsener Mensch, sind diese Mechanismen immer noch präsent. Kommt Wut in mir auf, dann unterdrücke ich sie völlig unbewusst. Sie setzt sich dann im Körper als Unruhe oder Anspannung fest, ohne dass ich weiß, woher so etwas kommt.

Damit kann ich wunderbar umgehen, indem ich achtsam mit meinen Gefühlen umgehe. Wenn ich lerne, meine Gefühle zu beobachten und sie da sein zu lassen, anstatt Widerstand gegen sie zu leisten und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen, dann hole ich so eine ganze Menge Selbstakzeptanz in mein Leben.

Indem ich mir erlaube meine Gefühle anzunehmen und sie zuzulassen, höre ich auf mich selbst und akzeptiere meine innere Stimme.

Seine Gedanken beobachten und da sein lassen

Die lieben Gedanken. Sie sind unser treuester Begleiter. Doch was sind Gedanken? Vereinfacht gesagt, sind es Selbstgespräche, die ich mit mir führe. Einen großen Bestandteil haben auch noch die Bilder im Kopf. Viele dieser Gedanken laufen tagtäglich vollkommen unbemerkt in Dauerschleife ab.

Gedanken haben einen gehörigen Einfluss darauf, wie ich mich fühle.

“Ich muss mich mehr anstrengen.”

“Wieso war ich gestern wieder so faul?”

“Warum kann ich nie etwas zu Ende bringen?”

“Ich muss selbstbewusster werden.”

“Ich muss …”

Welche Gedanken tauchen bei mir immer wieder auf?

Ich zeige mir damit, dass ich mich nicht selbst akzeptiere, sondern etwas an mir auszusetzen habe. Diese Gedanken laufen oftmals völlig unbemerkt ab und sorgen deshalb für schlechte Gefühle. Woher stammen diese Gefühle? Ein Unwohlsein kommt hoch.

Um sich selbst akzeptieren zu lernen und mit solchen Gedanken besser umgehen zu können, ist es wichtig solche Gedanken zu erkennen.

Auch hier ist es wieder wichtig, wenig zu werten und einfach nur zu beobachten. Was passiert dort? Was flüstert mir mein Verstand tagtäglich ein?

Auch hier gilt es wieder, die Beobachterrolle einzunehmen und möglichst wenig zu werten. Das erfordert ein wenig Übung.

Jahrelange Konditionierungen lassen sich in den wenigsten Fällen von heute auf morgen aufbrechen. Wenn du diese beiden Gewohnheiten jedoch in dein Leben integrierst, dann hast du schon die halbe Miete drin.

In den Change-Days  bekommst Du verschiedene Möglichkeiten, Tipps und Tricks an die Hand, wie Du diese Beeinträchtigungen verändern kannst.